Sexjobs für Arbeitslose?

Müssen Arbeitslose Sex-Jobs annehmen?

Arbeitslosigkeit ist für viele Menschen eine finanzielle Belastung. Ohne einen Job erhalten Arbeitslose die Grundsicherung in Firm von Hartz IV. Bekommt dieser Personenkreis einen Job angeboten, ist die Freude oft groß. Damit Arbeitslose aus der Situation der finanziellen Abhängigkeit vom Amt befreit werden, wurde der Gedanke aufgegriffen, Sex-Jobs zu vermitteln. Fraglich ist dabei jedoch, welche Konsequenzen die Ablehnung eines solches Jobs für Hartz IV Empfänger haben kann. Im Normalfall folgen mit einer Ablehnung Sanktionen hinsichtlich der Bezüge.

Lösung für Langzeitarbeitslose Erotikbranche?

Die Agentur für Arbeit sieht sich mit einer Vielzahl von Langzeitarbeitslosen, welche keinen Fuß in die Arbeitswelt bekommen, konfrontiert. Um eben diesen Langzeitarbeitslosen einen Job zu vermitteln, stand nun die Frage im Raum, ob nicht eine Vermittlung in die Erotikbranche möglich sei. Würden die Vermittelten den Job nicht annehmen, müssten diese mit Kürzungen der Hartz IV Leistungen rechnen. Diese Überlegung blieb nicht ohne Gegenwehr. Um die Situation zu entschärfen, wurde eine neue Regelung entwickelt. Es soll nun eine interne Anleitung mit dem Titel „Fachliche Hinweise zur Vermittlung in Sonderfällen“ geben. In dieser sei auf die Notwendigkeit eines Fingerspitzengefühls der Mitarbeiter zur Vermittlung von Langzeitarbeitslosen hingewiesen. Ebenso fände sich in dieser Anleitung die Frage, ob es Sanktionen der Bezüge geben darf, wenn der Arbeitssuchende einen Job in der Erotikbranche ablehnt.

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@ Rainer Sturm  / pixelio.de  

Unterscheidung von Jobs in der Erotikbranche

Zunächst einmal ließen sich den Arbeitsvermittlern zufolge die Jobs in der Erotikbranche in sechs Kategorien unterteilen. Als Beispiel ist der „Vertrieb erotischer Waren“ genannt. Hierbei werden Jobs zusammengefasst, welche die Verkaufstätigkeit in einem Sexshop oder die Filialleitung umfassen. Die Ausführung eines solchen Jobs sei Langzeitarbeitslosen durchaus zuzutrauen. Eine Jobabsage in einem solchen Fall muss jedoch laut den Regelungen der Bundesagentur für Arbeit nicht unbedingt zu Kürzungen der Bezüge führen. Kategorie 3 hingegen sei hingegen kniffliger. In dieser Kategorie werden Jobs zur „Vorbereitung und Unterstützung erotischer Dienstleistungen“ zusammengefasst. Unter diese Bezeichnung fallen Jobs wie Reinigungsarbeiten in einem Bordell, Saunameister sowie die Gestaltung erotischer Webseiten und Jobs bei einer Sex-Hotline. Mitarbeiter der Arbeitsagentur sollen etwaige Jobs nur vermitteln, wenn Arbeitssuchende ausdrücklich erklären, eine solche Stelle auch annehmen zu wollen.

In den ersten beiden Kategorien finden sich die Hardcore-Jobs der Erotikbranche, zu denen beispielsweise Prostitution zählt. Etwaige Jobs werden bei der Arbeitsagentur nicht vermittelt, da es sonst um eine Störung der Persönlichkeitsrechte handele.